Die 10 häufigsten Irrtümer und Mythen über Zecken

Einige der hier aufgeführten Irrtümer über Zecken sind amüsant, bei einigen tut Aufklärung wirklich Not. Denn um sich wirksam gegen Zecken und die von diesen Blutsaugern übertragenen Krankheiten schützen zu können, muss man eben wissen, wann sie aktiv sind und auch wie man sich effektiv gegen sie schützen.

Teilweise handelt es sich in dieser Liste um Irrtümer, teils sind aber auch Zeckenmythen dabei, die sich sehr hartnäckig halten. Wie der Mythos, dass Zecken von Bäumen fallen würden.

Irrtümer über Zecken.

Irrtum 1: Zecken sind nur im Sommer aktiv

Leider sind Zecken nicht nur im Sommer aktiv. Inzwischen kann man sogar von einer ganzjährigen Aktivität dieser Parasiten ausgehen. Zecken sind dann aktiv, wenn die Temperatur auf über 7 bis 9 Grad Celsius klettert. Bei den inzwischen oft sehr milden Wintern auch in Deutschland, also wirklich kein Grund für Zecken, uns in dieser Jahreszeit zu verschonen. Siehe auch Ab wann sind Zecken aktiv.

Mythos 2: Zecken fallen von Bäumen

So hab ich das noch gelernt: Zecken lauern auf Bäumen auf ihren Opfern und lassen sich fallen, wenn eins in Reichweite kommt. Ich wollte dann den Zecken ein Schnippchen schlagen. Strategie Nummer eins: Jemanden vorschicken, der dann von der Zecke erwischt wurde. Möglichkeit 2: Einfach schneller durchlaufen, als die Zecke fallen kann. Das Zecken von Bäumen fallen ist ein Irrtum, der sich auch heute noch hält.

Wo lauern Zecken: Zecken lauern auf niedrigen Gräsern und Pflanzen, man streift sie sich im Vorgehen selbst ab.

Mythos 3: Kleidung schützt gegen Zecken

Zwar kann man mit der richtigen Kleidung durchaus den Befall vermindern, aber einen 100 Prozentigen Schutz gibt es nicht. Mit der richtigen Kleidung und der richtigen Trageweise (Hosen in die Socken) kann man aber die Zeit verlängern, die man hat, um die Zecke zu finden und zu entfernen bevor sie sich zu ihrer Blutmahlzeit niedergelassen hat. Günstig ist auch helle Kleidung, auf der man die Zecken eben besser erkennen kann. Es gibt inzwischen auch Anti-Zecken-Socken.

Irrtum 4: Zecken stechen nur bestimmte Menschen

Sicherlich kennt jeder jemanden, der eher selten bis nie von Mücken gestochen wird. Da Mücken um es mal ganz flapsig zu formulieren auch vom Geruch angezogen werden, Zecken aber nicht, gibt es solche immune Menschen gegen Zecken eben nicht. Denn Zecken streift man sich selbst ab, wenn man zum Beispiel durch hohes Gras läuft.

Irrtum 5: Nagellackentferner, Klebstoff, Alkohol sind prima Mittel zum Zecken entfernen

Weitere Maßnahmen die zu diesen eher untauglichen Mitteln wie Nagellackentferner, Klebstoff und Alkohol zählen ist alles was klebt oder giftig ist. Ebenso ist das verbrennen mit einer Zigarette kein taugliches Mittel zum Zecken entfernen. Tötet man die Zecke, so lange sie noch bei ihrer Blutmahlzeit ist, kann es passieren, dass sie sich im Todeskampf noch einmal erbricht und zwar in die Wunde. Dabei werden dann die Krankheitserreger mit erbrochen und man hat die Zecke zwar entfernt, aber zum Abschied hat diese eben vielleicht noch eine Infektion da gelassen. Zecken sollten daher lebend entfernt werden. Siehe auch: Zecken richtig entfernen.

Irrtum 6: Ein Repellent auf der nackten Haut reicht

Ein Repellent soll die Zecke abschrecken und so auch verhindern, dass man von ihr gebissen oder gestochen wird. Hunde tragen daher oft ein Halsband mit einer repellierenden Wirkung oder man nutzt Spot Ons, die auf dem Fell verteilt werden, damit Zecken abgeschreckt werden. Auch für Menschen gibt es entsprechende chemische Keulen, die Zecken abschrecken sollen. Es ist allerdings ein Irrtum, dass es reicht, sie auf der nackten Haut zu verteilen, man sollte auch großzügig seine Kleidung zumindest bis Kniehöhe einsprühen. Zecken sind nämlich Krabeltiere, sie halten sich gerne auch an unseren Hosenbeinen fest und krabbeln dann so lange, bis sie eine Stelle finden. Siehe auch: Gegen Zecken schützen.

Irrtum 7: Man kann sich gegen Zecken impfen lassen

Leider kann man sich nicht gegen Zecken impfen lassen. Die Zeckenimpfung schützt nicht gegen Zeckenbefall. Mit der Zeckenimpfung ist die FSME-Impfung gemeint. Mit dieser kann man sich zumindest gegen die von der Zecke übertragene FSME schützen.

Irrtum 8: Eine einmalige FSME Impfung reicht aus

Eine Impfung gegen FSME muss regelmäßig wiederholt werden, ein lebenslanger Impfschutz besteht nicht. Im Regelfall hält der Impfschutz fünf Jahre, manchmal sind es aber auch nur drei Jahre. Man sollte also unbedingt mit seinem Arzt Rücksprache halten, um die genaue Dauer zu erfragen (Impfass). Zumindest, wenn man in einem FSME-Risikogebiet lebt und/oder zur FSME Risikogruppe gehört.

Mythos 9: Borreliose erkennt man an einem roten wandernden Hautfleck

Leider übertragen Zecken nicht nur FSME sondern auch Borreliose. Während Hunde gegen Borreliose geimpft werden können, gibt es einen solchen Impfschutz für Menschen nicht. Oft wird gesagt, dass man nach einem Zeckenbiss die Stelle einfach nur ein paar Tage im Auge behalten müsse, ob man mit Borreliose-Erregern infiziert worden ist, würde man dann an einen roten, wandernden Fleck erkennen. Leider bedeutet das Fernbleiben dieses Fleckes nicht, dass man von Borreliose verschont wurde, denn die sogenannte Wanderröte, die so typisch für Borreliose ist, tritt nur in 30 bis 50 Prozent aller Borreliose-Infektionen auf. Es gibt inzwischen auch einen Borreliose Schnelltest für zu Hause.

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Zuletzt aktualisiert am 24.07.2019
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Irrtum 10: Zecken übertragen nur Borreliose und FSME

Leider begnügen sich Zecken nicht damit nur Borreliose und/oder FSME zu übertragen. Zum einen ist es höchst unterschiedlich je nach Region, was Zecken für Krankheiten übertragen und Untersuchungen zeigen inzwischen, dass die Zecken auch in Deutschland schon aufgerüstet haben. Zu den von ihnen übertragenen Erreger gehören Bakterien der Gattung Ehrlichia, Coxiella, Rickettsia, Babesia) in sich. Die Symptome bei einer Infektion sind sehr unspezifisch, so dass eine Erregerübertragung häufig unbemerkt bleibt.

Ein weiterer Mythos über Zecken: Zecken gibt es nur auf freier Wildbahn. Längst haben Zecken schon die Städte erobert, sie kommen mit Mäusen, Igeln, Vögeln und Füchsen auch in die Stadt. Und auch in unseren Gärten sind Zecken längst anzutreffen, auch hierhin werden sie von Igeln und Mäusen geschleppt. Gegen Zecken im Garten hilft die Zeckenrolle.