Zecken bei Katzen

Zecken bei der Katze

Auch Katzen bringen die eine oder andere Zecke mit nach Hause.

Zecken bei Katzen ist durchaus auch ein Thema – besonders bei freigängerkatzen.

Katzen infizieren sich zwar seltener mit Erregern, die von Zecken übertragen werden, als dies zum Beispiel bei Hunden der Fall ist. Aber vollkommen immun sind Katzen dennoch nicht gegen solche Krankheiten, ein Ausbruch einer solchen Krankheit ist dann nur seltener.

Gefährdet sind vor allem ältere Katzen und Katzen mit einem geschwächten Immunsystem.

Zecken-Folgen bei Katzen weniger erforscht

Natürlich ist es für Katzen erfreulich, dass sie seltener an Krankheiten erkranken, die von Zecken übertragen werden. Aber genau das kann den Vierbeinern auch zum Verhängnis werden, denn dadurch, dass die Fellnasen seltener in der Folge eines Zeckenbisses krank werden, fehlen die Erfahrungen damit. Das fängt damit an, dass eine Krankheit vielleicht erst zu spät erkannt wird, weil niemand mit einer solchen rechnet und geht bis dahin, das solche Krankheiten eben weniger erforscht sind als es beim für Zeckenerreger anfälligeren Hund eben schon ist.

Aber auch beim Hund sind Krankheiten, die von Zecken übertragen werden, manchmal nur schwer zu erkennen. Denn oft sind die Symptome recht unspezifisch, es treten Appetitlosigkeit, Fieber oder auch Lahmheit auf, eindeutig auf eine bestimmte Krankheit deuten diese Symptome eben nicht hin.

Borreliose, FSME, Babesiose und Anaplasmose bei der Katze:

Borreliose bei Katzen

Borreliose bei Katzen – nicht das Schreckgespenst wie bei Hund und Mensch. Auch Katzen können an Borreliose und FSME erkranken. Das sind die beiden wohl bekanntesten Krankheiten, die durch von Zecken übertragene Erreger ausgelöst werden. Die Borreliose (genauer die Lyme-Borreliose) wird dabei von Bakterien (Borrelien) verursacht. Symptome für eine Erkrankung mit Borreliose können bei Katzen sein:

  • Fieberschübe
  • Appetitlosigkeit
  • wechselnde Lahmheit in den Beinen
  • Wanderröte, die vom Fell verdeckt werden kann.

Das tückisch ist, dass vom Zeckenbiss bis zum Auftreten der ersten Krankheitsanzeigen bei der Katze mehrere Wochen vergehen können. Das macht die Diagnose nun auch nicht einfacher.
Wie beim Menschen kann auch die sog. Wanderröte auftreten, allerdings ist diese natürlich oftmals wegen dem Katzenfell nur schwer zu sehen. Das Fehlen dieser Wanderröte ist auch kein Indiz dafür, dass keine Borreliose-Infektion bei der Katze vorliegt, denn sie tritt eben nicht in 100 Prozent aller Fälle auf.

Katzen vor Zecken schützen

Auch Katzen müssen vor Zecken geschützt werden.

Bei der Borreliose ist es wichtig, möglichst schnell eine Diagnose zu stellen. Denn desto später eine Infizierung mit Borrelien erkannt wird, desto schwieriger wird die Therapie. Und die Erreger können auch bei Katzen die Gelenke schädigen und in Einzelfällen auch das zentrale Nervensystem befallen. Ist es soweit, dann drohen sogar bleibende Beschwerden bei der Katze.
Wer den Verdacht hat, dass die Katze mit Borrelien infiziert ist, sollte den Tierarzt bitten, einen entsprechenden Bluttest durchzuführen, um Klarheit zu haben. Desto früher Borreliose bei der Katze diagnostiziert werden kann, desto wahrscheinlicher helfen Antibiotika das ganze auszutherapieren. Aber auch nach einer Antibiotika-Therapie können weitere Schübe der Krankheit auftreten.

Borreliose Impfung gibt es für Katzen nicht

Während Hunde gegen Borreliose geimpft werden können, ist das bei Katzen nicht möglich.

Katzen und FSME

Die Erkrankung mit Frühsommer-Mengingoenzephalitis (kurz FSME) ist noch folgenschwerer als eine Erkrankung an Borrelien. Allerdings haben Katzen hier wirklich mal Glück, Katzen scheinen, so ist derzeit zumindest der Stand des Wissens, für FSME-Viren unempfänglich zu sein.

Weitere Krankheiten die von Zecken auf Katzen übertragen werden

Anaplasmose

Anaplasmose ist eine Krankheit, die vorwiegend Hunde betreffen kann. Allerdings kommt Anaplasmose, eine bakterielle Infektionskrankheit, vereinzelt eben auch bei Katzen vor. Übertragen wird die Anaplasmose vom Gemeinen Holzbock, der in Deutschland eben auch sehr verbreitet ist. Ebenfalls Überträger ist die Braune Hundezecke, diese kommt vor allem im südlichen Europa vor. Anaplasmose wird durch Bakterien verursacht, den so genannten Anaplasmen. Anaplasmen befallen Blutzellen und greifen die weißen Blutkörperchen an.
Symptome für eine Anaplasmen Infektion sind:

  • plötzlich einsetzendes hohes Fieber
  • Lethargie
  • Blasse Schleimhäute
  • Gelenkschmerzen
  • Verweigerung der Futteraufnahme
  • Gewichtsverlust.
  • Vereinzelt: Blutungen, Lahmheit.

Die Diagnose kann anhand einer Blutuntersuchung erfolgen. Wie die Borreliose wird die Anaplasmose bei Katzen mit Antibiotika behandelt. Nicht in allen Fällen ist eine Anaplasmose heilbar, da sich die Bakterien ins Knochenmark zurückziehen können. Die Erkrankung muss dann jedoch nicht zwingend erneut ausbrechen.

Babesiose

Die Babesiose, auch Hundemalaria, macht auch vor Katzen nicht halt. Sehr häufig ist eine Infektion damit aber bei ihnen wohl nicht. Übertragen wird die Babesiose allerdings nicht vom gemeinen Holzbock sondern von der Auwaldzecke. Die Babesien befallen die roten Blutkörperchen. Hier vermehren sich die Babesien und zerstören die roten Blutkörperchen dabei. Die Inkubationszeit beträgt 10 bis 21 Tage, häufig kommt es zu einer Doppelinfektion mit Ehrlichiose.

Die Diagnose kann anhand einer mikroskopischen Untersuchung des Blutes vorgenommen werden. Die Behandlung erfolgt nicht wie bei Borrliose und Anaplasmose durch Antibiotika sondern durch Antiprotozoika.

Symptome für eine Babesiose Infektion bei der Katze

  • Fieberschübe
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Teilnahmelosigkeit
  • Blasse bis gelbliche Schleimhäute.
  • Auch: dunkler Urin, Gelbsucht.

Wird die Babesiose erkannt und behandelt stehen die Heilungschancen immerhin gut.

Katzen gegen Zecken schützen

All diese von Zecken auf Katzen übertragene Krankheiten sind schwer zu diagnostizieren und auch nicht leicht zu behandeln. Der beste Schutz ist daher die Prophylaxe. Es gilt also zu Verhindern, dass die Katze (wie auch der Hund) von Zecken gebissen bzw. gestochen wird. Da die Borreliose erst nach einer gewissen Zeitspanne nach dem Biss übertragen wird, ist neben der Verhinderung auch das schnelle Entfernen einer Zecke wichtig.

Schützen kann man Katzen wie auch den Hund mit Halsbändern, Spot Ons und Sprays. Wobei gerade bei Freigänger Katzen Spot Ons und Sprays die bessere Wahl sind. Außerdem gibt es noch natürliche Zeckenschutzmittel für Hunde und Katzen.